International Marketing Studenten besuchen Kuba!

Ende Januar 2019 war es endlich soweit: Für 12 Studenten des Studiengangs International Marketing hieß es auf nach Kuba!

Ich heiße Philipp und studiere International Marketing im vierten Semester. Für das HLA11 Modul „Marketing Research“ bewarb ich mich bereits im Herbst 2018 für ein Projekt des kubanischen Landwirtschaftsinstitut INCA ca. 20 km südlich von Havanna. Aufgabe der Reise und des HLA11 Projektes war, ein Vertriebskonzept für einen Dünger, welchen das kubanische Institut erforscht und entwickelt hat, zu erstellen um dies dann letztendlich unserem Auftraggeber zu präsentieren.

Tag 1: Ankunft in einer anderen Welt 

Nach rund 14 Stunden Flug mit Zwischenstopp in Madrid, einem verlorenen Koffer später und keinem einzigen kubanischen Peso in der Tasche, sind wir am Abend endlich in Havanna angekommen. Jetzt hieß es erstmal Geld tauschen, Taxi suchen, Unterkunft finden. Zwar hatten wir im Vorfeld unsere erste Unterkunft über AirBnB gebucht, nur mussten wir dann leider feststellen, dass die Straßennamen und Hausnummern nicht so leicht zu finden waren, wie wir es uns erhofft hatten. Nachdem wir dreimal um den Block gefahren wurden haben wir den Hauseingang doch noch gefunden. Das Highlight der Unterkunft: Eine hauseigene Rooftop Bar! Nun konnte die Reise beginnen und nach dem ersten (oder zweiten) Mojito hatte jeder von uns die stressige Hinreise gut verkraftet und wir konnten Havanna am nächsten Morgen kennenlernen. Doch der nächste Schock dauerte nicht lange…

Dass Kuba ein kommunistisches Land ist und der Sozialismus hier offen gelebt wird, wussten wir bereits vorher doch wie sich das im täglichen Leben bemerkbar macht haben wir am nächsten Morgen zu spüren bekommen. Auf der Suche nach Wasser, Saft und etwas Obst für das Frühstück kamen wir in einem Supermarkt, doch der Supermarkt hatte bis auf etwas Saft, Dosenerbsen, Keksen und Tomatenmark nicht viel zu bieten. Wasser? Heute nicht im Angebot! Kaffee? Vielleicht der nächste Laden. Vielleicht aber auch erst der übernächste! Lebensmittel sind streng rationiert und Rationen außerhalb der Zuteilung purer Luxus. Auch preislich gesehen. Doch trotz den ersten Verwunderungen wie das Land eigentlich funktioniert, gewöhnt man sich schnell an die kubanische Lebensweise und wir hatten viel Spaß in der Hauptstadt der Insel.

San Josè de las Lajas und das Institut INCA 

Am dritten Tag wurden wir am Abend abgeholt und es ging endlich zum Auftraggeber des Projektes, dem Institut INCA, das ca. 20 km südlich von Havanna gelegen ist. Das Institut beschäftigt über 400 Angestellte wie Professoren, Doktoranden und Arbeiter, die sich mit landwirtschaftlicher Forschung und Entwicklung – hauptsächlich von Düngerprodukten -beschäftigen. Nach dem Luxus von Zweibettzimmern in unserer Stadtvilla in Havanna, hieß es nun 6 Betten auf 10 Quadratmeter. Doch das Institut ist sehr schön gelegen und Sonnenschein und rund 25 Grad im Januar, lässt einiges erträglicher machen.

Nach dem ersten Kulturschock in Havanna hatten wir uns in San Jose bereits an das kubanische Lebensgefühl gewöhnt und konnten unseren Aufenthalt genießen. Die Mitarbeiter im Institut waren freundlich und hilfsbereit und haben uns viel gezeigt. Zwischen der Vorbereitung für die abschließende Präsentation und Feldarbeit im Institut blieb viel Freizeit die wir in der Sonne genießen konnten. Highlight im Institut war allerdings ein Geburtstag einer Arbeiterin zu dem wir eingeladen wurden. Kubanische Musik und Rum haben den Abend lang werden lassen. Ein weiteres Highlight war der Besuch der kubanischen Handelskammer und der Delegation der europäischen Union auf Kuba in Havanna. Der Botschafter und die Sprecherin der Handelskammer haben uns viel über die Wirtschaft und die Beziehung zwischen Kuba und Europa gelehrt. Ein Stückchen europäische Heimat auf der karibischen Insel war dann doch mal wieder ganz schön. Schließlich haben wir unsere Abschlusspräsentation vor den wissenschaftlichen Leitern des Instituts gehalten und unser über das Semester herausgearbeitete Vertriebskonzept vorgestellt. Trotz einigen Verständnisproblemen war das Institut sehr dankbar über unsere Arbeit und wir waren stolz, dass die theoretische Arbeit in die Praxis umgesetzt werden konnte. Schlussendlich bin ich froh gewesen, dass ich die Möglichkeit bekommen habe an dem Projekt auf Kuba teilzunehmen und habe eine Erfahrung gemacht, die ich nie wieder vergessen werde. Ich möchte auch hiermit nochmal die Gelegenheit nutzen, im Namen der Gruppe, unseren Dozenten Dr. Maike Busch und Dr. Frank Brimmen für diese tolle Möglichkeit zu danken!

Philipp Marx
International Marketing Student